Henning Gajek P.O.Box 1322, D-67087 Bad Duerkheim

Informationen ber CB-Funk
Strungsfreier CB-Funk im 933/34 MHz Bereich

Letzte nderungen: 12. August 98 / Update 23.10.2001

Diese Information richtet sich an alle, die sich fr Jedermannsfunk auf 933/934 MHz ("CB-Funk-de luxe") interessieren.

Zur Versachlichung der Diskussion ein paar aktuelle "facts" und den Erfahrungsbericht des "Deutschen Arbeitskreises fr CB- und Notfunk (DAKfCBNF), der im Prinzip heute noch Gltigkeit hat.

Jedermannsfunk (933/934 MHz)

a) Schweiz (HB9)

Privater Funkdienst fr Jedermann.
Zugangsvoraussetzungen: Keine
Gerte mssen PTT zugelassen sein.

Zugelassen sind 2 mal 39 Sprechkanle und 2 Organisationskanle mit  automatischer Gesprchsvermittlung ohne Infrastruktur. Bei Anruf treffen sich die Gerte auf dem Organisationskanal Das rufende Gert sucht einen "freien" (Feldstrke) Kanal und gibt Wunschkanal auf dem Organisationskanal durch.
Dazu sind keine Basis oder Repeater-Stationen erforderlich.

Im "oberen" Band ist auf Wunsch auf manueller Kanalbetrieb mglich, im "unteren" Band nicht.

Frequenzen	933,0125..934,9875 MHz 
Kanalzahl	80 Kanle
Betriebsart	Simplex
Modulationsart	FM
Sendeleistung	5 Watt
Antennen	Beliebig, nicht mehr als 6 dB Gewinn in der Ebene.
Kanalabstand	25 kHz
Antennenvorverstrker sind mglich, wenn PTT zugelassen.

Zukunft: Keine neuen Betriebszulassungen mehr ab 1.1.96, weil CEPT sich nicht einigen konnte.
Funkbetrieb bis zum 31.12.2003 zulssig.

b) Grobritannien

Frequenzen	934,0125..934,9875 MHz 
Kanalzahl	20 Kanle
Betriebsart	Simplex
Modulationsart	FM
Sendeleistung	8 Watt
Antennen	Beliebig, drfen bestimmte mechanische Gre nicht berschreiten.
Kanalabstand	50 kHz

Britische Gerte wren kompatibel zum Schweizer "B-Band", es wird jeweils ein Kanal bersprungen.

Zukunft: Keine. Betrieb wurde eingestellt, Genehmigungen widerrufen.

Strungen oder Probleme mit 933/934 MHz gibt es nach Auskunft der englischen und
Schweizer PTT keine.
(Jedoch mit 27 MHz mehr als genug.)


Ergebnisse eines praktischen Betriebsversuches des Deutschen Arbeitskreises fr CB- und Notfunk (DAKfCBNF) vom Herbst 1993:

Deutscher Arbeitskreis fr CB- und Notfunk
Postfach 101309, D-40004 Dsseldorf
- Bericht Betriebsversuch 900 MHz-Stuttgart -
Autor: Henning Gajek, Postfach 1322, D-67087 Bad Drkheim
Telefon 06322-5058  Telefax 06322-61946  mobil 0171-6209692

Ergebnisse der Demonstration eines analogen CB-Funks auf 933/934 MHz nach dem Schweizer Standard anllich der Messe "Hobby + Elektronik '93" 
Autor: Henning Gajek

Dauer:	02.11.1993 bis 10.11.1993
Teilnehmer:	15 Personen
Verwandte Technik: 	

Mobilfunkgerte und Basisstationen gem Schweizer Standard
Frequenzbereich:
erste schaltbare Frequenz:	933,0125 MHz
letzte schaltbare Frequenz:	934,9875 MHz
Kanalabstand:	25 kHz
Sendeart und Bandbreite:	16K0 F3E
HF-Sendeleistung:	max 5 Watt



1. Vorbemerkung

Wenige Jahre nach der allgemeinen Freigabe des CB-Funks fr Jedermann im 27 MHz-Bereich in Deutschland (1975) und einigen Nachbarstaaten stieg die Anzahl von Strungen durch CB-Funk in kurzer Zeit sehr stark an. 
Die Grnde lagen in der unerwartet hohen Nachfrage an privater Kommunikation und der daraus resultierenden hohen Kanalbelegung, welche als Konsequenz bei vielen Nutzern zum Einsatz nicht zugelassener Gerte und Zubehr ("Nachbrenner") fhrte, um die gewnschte Nahbereichskommunikation sicherstellen zu knnen.
Deshalb entstanden um 1980 bei den europischen Postverwaltungen berlegungen, einen neuen Jedermannsfunk im 900 MHz-Bereich anzusiedeln. Aufgrund mangelnder Informationen und groer Skepsis gegenber den Mglichkeiten in diesem Frequenzbereich wurde ein damaliger Vorschlag des BMPT in diese Richtung von Herstellern und den wenigen seinerzeit bereits vorhandenen Interessenvertretern abgelehnt und deshalb nicht weiter verfolgt.


1.1  900 MHz Jedermannsfunk in Europa

Etwa um die gleiche Zeit begannen in Grobritannien und der Schweiz erste Versuche mit Funkgerten in diesem Frequenzbereich. Whrend in England neue Gerte entwickelt wurden (20 Kanle handgeschaltet, kein Organisationskanal), kamen in der Schweiz Gerte aus Japan zum Einsatz, nachdem dort ein Jedermannsfunk mit 80 Kanlen (1 Organisations- und 79 Sprechkanle) im Bereich 903..904 MHz freigegeben worden war.

Aufgrund der gewonnenen Erfahrungen entwickelte die Schweizer PTT gemeinsam mit dem Benutzerverband SCBO (Swiss Citizen's Band Organisation) den heute noch gltigen Standard, der im Bereich 933/934 MHz zwei Bnder  40 Kanle (Abstand 25 kHz) vorsieht, fr die jeweils ein eigener Organisationskanal (Anrufkanal) vorhanden ist. Jedes Band ist getrennt zu sehen, d.h. der Organisationskanal fr das untere Band ("A-Band") vermittelt nur Gesprche im A-Band, respektive der Organisationskanal fr das obere Band vermittelt nur Gesprche im oberen Band ("B-Band").

1.1.1 Gesprchsaufbau:

Durch Drcken der Sendetaste am Funkgert wird eine Gesprchsaufbauprozedur ausgelst. Das rufende Funkgert sucht alle Sprechkanle nach einem freien Kanal ab, kehrt zum Anrufkanal zurck und teilt allen anderen in Frage kommenden Gerten den gefundenen Kanal mit. Alle erreichbaren Gerte schalten darauf hin auf den bermittelten Kanal um. Ein Sprechen auf dem Organisationskanal ist nicht mglich. Jedes Gesprch wird mit einer fnfstelligen Kennziffer eingeleitet, d.h. nur Gerte, die auf der entsprechenden Kennziffer empfangsbereit sind, nehmen am Gesprchsaufbau teil.
Fr allgemeine Kommunikation wurde per Vereinbarung die Kennziffer "00000" als "Allgemeiner Anruf (CQ)" festgelegt.

1.1.2 Teilnahme an bestehenden Verbindungen

Gem der Offenheit des Jedermannsfunks knnen spter hinzukommende Teilnehmer ber einen im Gert vorhandenen Kanalsuchlauf (Monitor) bestehende Gesprchsverbindungen mitverfolgen, sie erhalten aber nur eine Sendegenehmigung, wenn die eingestellte Kennziffer mit der im Gesprch verwandten Kennziffer bereinstimmt.

Das bedeutet, da unbefugte Funkteilnehmer in der Regel nicht in ein fr sie fremdes Gesprch eindringen knnen und es ggf. ungewollt stren knnen. In Sonderfllen (Notfllen) kann es aber notwendig sein, trotzdem in dieses Gesprche einsteigen zu knnen. Deswegen wurde im Schweizer Modell eine handgeschaltete Kanalwahl fr das obere "B-Band" vorgesehen. Im "A-Band" ist jedoch nur automatische Kanalwahl mglich.

Es bleibt den Nutzern freigestellt, die verwendeten Kanalkennziffern bekanntzugeben, um auch Auenstehenden eine Teilnahme zu ermglichen. Die benutzten Kennziffern knnen berdies jederzeit vom Benutzer gendert werden.


2. Vorbereitungen 

2.1. Schulungsseminar

Da eine Funkgenehmigung nur fr 8 Tage im Raum Stuttgart zur Verfgung stand, wurde ein Teil der Testteilnehmer anllich eines Wochenendseminares (9. und 10. 10 1993) auf dem schweizerischen Gurnigel (Berner Oberland, 1200m b. NN) in die Grundkenntnisse der Funk-, Betriebstechnik und Ausbreitungsbedingungen eingefhrt. Die Schweizer CB-Organisation stellte auch einen Groteil der Gerte und Ausrstungen fr Stuttgart zur Verfgung. Experten dieser Organisation waren beim Aufbau und beim Funkbetrieb anwesend. Der Autor dieses Berichtes hatte bei verschiedenen Schweiz-Aufenthalten die Entwicklung des 900 MHz-CB-Funks in der Schweiz in den letzten Jahren mitverfolgt. 

2.2 Aufbau in Stuttgart

In Stuttgart wurde der Informationsstand des Deutschen Arbeitskreises fr CB- und Notfunk in der Halle 11 des Messegelndes aufgebaut; die Antennenanlage sollte auf dem Hallendach montiert werden. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten htten rund 100m Antennenkabel verlegt werden mssen. Es gelang jedoch, durch optimierte Kabelfhrung diese Lnge auf rund 60 Meter zu verkrzen, um die Dmpfungsverluste im Rahmen halten zu knnen.

Auf dem Dach der Halle 11 wurden folgende Antennen auf einem T-frmigen Antennen-Trger montiert:

- Rundstrahl-Antenne Procom GP "Heiligenschein" (Gewinn ca. 4-6 dBd)
- Rundstrahl-Antenne gestockt Jaybeam "Blindenstock" (Gewinn ca. 7dBd)
- 13-Element Tonna (vertikal polarisiert, Gewinn ca. 10 dBd)
Verwandtes Antennenkabel: AIRCELL 7 (Dmpfung 26.1 dB / 100m bei 1296 MHz)

Der T-frmige Antennentrger war in der T-Achse auf einem Rotor befestigt, so da sich die auenliegende Rundstrahl-Antenne konzentrisch um den Mittelpunkt des T's drehte. Dadurch kann die Rundstrahl-Antenne in das jeweilige Feldstrkenmaximum gedreht werden. Die Richtantenne diente dazu, um schwierige Fest-Mobil-Verbindungen zu stabilisieren.

Die Empfangssignale der verwandten Antennen wurden ber eine vom Boden steuerbare Fernumschaltung auf einen 933/934-Antennenvorverstrker (Typ SSB-Elektronik) geleitet und darin um etwa 20 dB angehoben. Dieser Antennenvorverstrker ist von der Schweizer PTT geprft und zugelassen, Zulassungsinhaber ist die Schweizer CB-Organisation. Aufgrund der hohen Kabeldmpfung konnte der Antennenvorverstrker nicht mittels HF-Leistung auf "Sendung" geschaltet werden, dazu mute die Stromversorgung (RG58 Koaxkabel) manuell geschaltet werden.


In der Messehalle wurde zu Demonstrationszwecken eine weitere gestockte 933/934 MHz-Basis-Antenne montiert.

Als Gerte wurden in der Halle
- CLARION JC 10 (Basis-Einheit)
- BBC Veriphon Comet 900 (80)  (Basisstation)
montiert.

Das BBC-Gert bietet als Option einen programmierbaren Quittungsgeber, womit bei erfolgreicher Verbindung ein kurzer oder lngerer Quittungston ausgesendet werden kann. Der anrufende Teilnehmer kann hieran erkennen, ob die gerufene Station besetzt ist oder nicht.

Zum Vergleich 27 - 900 MHz wurde in Stuttgart auch eine 27 MHz-Basis-Station (KAISER KE9015/40) aufgebaut. Als Antenne wurde eine lambda/halbe Glasfiber-Ausfhrung (STABO Strato DX 250) ber ebenfalls rund 60m Kabel auf dem Hallendach montiert.

Als Gesprchspartner auf 27 MHz standen verschiedene CB-Funker aus dem Raum Stuttgart zur Verfgung.
Gesprchspartner auf 900 MHz waren einerseits die zweite Basis-Station in der Halle und einige mit 900 MHz-CB-Funk ausgerstete Fahrzeuge.
Zum Einsatz kamen berwiegend Gerte des Typs STABO/Autophon 933/934 PRS/CB, die an fr das GSM-Netz vorgesehenen Mobilantennen (Magnetfu) betrieben wurden. Die GSM-Antennen haben Wellenlngen von lambda/viertel oder lambda/ 5/8.



3. Praktischer Betrieb

Whrend der Messe in Stuttgart wurde parallel Betrieb im 27 MHz-Bereich (klassischer CB-Funk) und im 933/34 MHz-Bereich durchgefhrt.

3.1 Betrieb auf 27 MHz

Aufgrund der komplexen Situation (hufige Kanalberbelegung, mangelnde Funkdisziplin der Teilnehmer) kamen kaum Kontakte ber grere Entfernungen zustande. Durch schlechte Erfahrungen verteidigen bestimmte Nutzergruppen bestimmte Kanle als ihr "Eigentum" und lassen "fremde Gesprche" nur bedingt zu. Oft werden unerwnschte Verbindungen mutwillig gestrt.

3.1.1. Reichweiten auf 27 MHz

Bedingt durch die physikalischen Gesetzmigkeiten sind im 27 MHz Bereich (Kurzwelle) zu bestimmten Zeiten kurzzeitige Verbindungen ber 1000 km selbst mit legalen Ausrstungen im Prinzip problemlos mglich. Bei Verbindungen von erhhten Standort sind ber die Bodenwelle auch einmal 100 km denkbar, aber die Mehrheit der CB-Funker ist an zuverlssigen Verbindungen in einem Bereich zwischen 5 und 20 km interessiert.
Die praktisch erzielbare Reichweite ist eher von Kanalbelegung und Funkdisziplin abhngig. Deswegen werden hohe Anforderungen an die verwandte Ausrstung gestellt, um "durchzukommen."

3.2 Betrieb auf 933/34 MHz

Aufgrund der chaotischen Straen- und Verkehrsverhltnisse anllich der Messe Stuttgart war der erhoffte Demonstrations-Mobil/Festbetrieb fr Messebesucher nicht mglich. Es waren Rundfahrten fr Messebesucher angedacht gewesen, die sich organisatorisch nicht realisieren lieen. Somit beschrnkte sich der Mobil/Festbetrieb auf die Anfahrt und Abfahrt von und zur Messe. Ein Testteilnehmer mute die Messe lange vor den offiziellen ffnungszeiten aufsuchen, die Anlage in Betrieb nehmen, ein anderer konnte nur mit Mhe nach den ffnungszeiten den Betrieb aufrecht erhalten. Teilweise Stromabschaltungen sowie Sicherheitsberlegungen machten einen ungestrten Betrieb nach Messeschlu zwischen Basis und Mobilfunkgert nahezu unmglich.

Dafr ergaben sich interessante Mobil-Mobil-Verbindungen an den ersten Messe-Tagen und beim Abbau, die stellenweise besser klappten, als die Fest/Mobil-Verbindungen. Dies drfte auf die ungengenden Bedingungen (Kabellnge, etc.) beim Aufbau der Basis-Station zurckzufhren sein.


3.2.1 Reichweiten 933/934 MHz

Es stellte sich schnell heraus, da die erzielbare Reichweite extrem von der aktuellen Topographie und dem eigenen Antennen-Standort abhngt. Aufgrund der bei 900 MHz (30cm) auftretenden Phasenauslschungen ist bei Mobilbetrieb mit verschiedenen Fading-Effekten zu rechnen, die fr den "Einsteiger" mit 27 MHz-Erfahrung ungewohnt sind. Bewegen des Fahrzeugs und/oder Drehen der Antenne um wenige Grad entscheiden ber Sein oder Nichtsein von Verbindungen. Aufgrund der hohen Kabeldmpfungen bei 900 MHz machte sich der Antennenvorverstrker ebenfalls positiv bemerkbar. Es waren auch noch schwache Signale empfangbar, die sendeseitig nicht mehr erreicht werden konnten. Zur Koordination wurden deshalb auch D-Netz-Mobiltelefone im D1 und D2-Netz verwandt. Dabei sollte auch die Frage von denkbaren Strungen zwischen diesen beiden System untersucht werden.

Im Stadtgebiet von Stuttgart lieen sich trotz ungnstiger Bedingungen wie Kabeldmpfung und mangelnde Betriebserfahrung der Benutzer Reichweiten zwischen 5 und 35 km erzielen. Diese Reichweiten entsprechen dabei im wesentlichen den effektiv erzielbaren Reichweiten im 27 MHz-CB-Funk-Bereich, wo im Allgemeinen immer mit Grundstrungen durch Sonnenfleckenmaxima und andere CB-Funknutzer gerechnet werden mu.

4. Strungen

4.1 Strungen im 27 MHz Bereich

ber Strungen im 27 MHz Bereich durch ISM, physikalische Gesetzmigkeiten ist schon an anderer Stelle berichtet worden. Durch den groen Frequenzabstand ist eine gegenseitige Strung von 933/34 MHz und 27 MHz ausgeschlossen.

4.2 Strungen im 933/934 MHz - Jedermannsfunk

4.2.1 Strungen anderer 933/34 MHz - Teilnehmer.

Aufgrund der verwendeten Empfngerkonzepte knnen im Nahbereich theoretisch die bei allen Funkdiensten bekannten Nachbarkanal- und Intermodulationsstrungen auftreten. Sofern solche Strungen bereits beim Verbindungsaufbau vorhanden sind, wird der "gestrte" Kanal bersprungen; der Benutzer bemerkt dies nicht.

4.2.2 Strungen in die / durch die GSM-Mobilfunknetze (D1/D2-Netz) 

Trotz intensivem Parallel-Betrieb zwischen zwei portablen D-Netz-Mobiltelefonen (MOTOROLA International 3200 im D2-Netz und SIEMENS S1 im D1-Netz) und den analogen 933/934 MHz Mobilfunkgerten nach Schweizer Standard konnten keine Strungen festgestellt werden. Nur bei unmittelbarer rumlicher Nhe waren die vom D-Netz bekannten Brummstrungen in den 933/34 MHz-Gerten festzustellen, wie sie auch beim D-Netz-Betrieb in anderen nicht EMV-festen Gerten der Unterhaltungselektronik festgestellt werden knnen.

ber eine Strung von D-Netz-Feststationen wurde nichts bekannt. Sie ist theoretisch durch Intermodulationsprodukte denkbar, aber praktisch schwer nachweisbar, da das GSM-Netz kurzzeitig gestrte Funkverbindungen durch automatisches Umschalten auf einen anderen Funkkanal ausgleicht.

5. Besucher-Resonanz

Trotz einer nicht sofort ins Auge fallenden Demonstrationsfunkanlage war das Interesse der Messe-Besucher am 900 MHz-Jedermannsfunk sehr gro. Viele Besucher hatten schon im Vorfeld die intensive Diskussion in Fachzeitschriften und anderen Medien verfolgt. Sie lieen sich die Mglichkeit strungsfreier Verbindungen praktisch erklren. Dabei wurden regelmig die folgenden Argumente genannt:

5.1 Mangelnde Disziplin auf 27 MHz

Immer wieder wurde die mangelnde Funkdisziplin und die stranflligen Verbindungen im 27 MHz-Bereich als Argument fr den Wunsch nach der Freigabe des 933/34 MHz-Betriebs genannt.
BMPT und CB-Benutzerverbnde empfehlen die Verwendung von Kanal 1 FM (26,965 MHz) als Anrufkanal fr FM-modulierten Betrieb. Whrend der Messe lie sich in Stuttgart jederzeit demonstrieren, da dies in der Praxis groe Probleme aufwirft. Der sofortige Kanalwechsel von Kanal 1 auf einen selbst zu whlenden Sprechkanal wird oft als "lstig" empfunden, da man ja sowieso "gleich fertig" sei. Daraus entwickeln sich lngere Gesprche und Diskussionen ber die Freihaltung des Anrufkanals. Verschiedene Nutzergruppen haben sich aus Frustration einen eigenen "Hauskanal" gesucht, der gegen "Fremdnutzer" in letzter Konsequenz auch mit unzulssigen Mitteln "verteidigt" wird. Auf der verzweifelten Suche nach ungestrten Sprechmglichkeiten werden gerade in Ballungsgebieten Verste gegen das FAG billigend in Kauf genommen, teilweise sogar als unumgnglich erachtet.
Durch die automatische Kanalvermittlung entstehen diese Probleme im 933/34 MHz-Bereich nicht, berdies stehen 78 Sprechkanle zur Verfgung; bei 27 MHz CB-Funk sind es (nach Abzug diverser Sonderkanle) nur 35 (Stand 1993)

5.2. CB-Funk-Amateurfunk - 933/934 MHz

Verschiedene Besucher berichteten, da sie den 27 MHz CB-Funk verlassen htten, um - nach Ablegung der Lizenzprfung im Amateurfunkdienst - eine Mglichkeit zu ungestrten Gesprchen zu haben. Sie rumten ein, an Versuchen ber Ausbreitungsbedingungen und Funktechnik wenig bis gar nicht interessiert zu sein und konnten daher ihre Vorstellungen und Wnsche im Amateurfunk nicht verwirklichen. Bei Freigabe eines Funknetzes im 933/934 MHz-Bereich wrde ein Wechsel sofort in Betracht gezogen.


6. Argumente 27 1 900 MHz

6.1 Der 900 MHz-Jedermannsfunk allgemein

+	kurze Antennen (lambda=30cm statt 11 Meter)
+	kurze Antennen ermglichen es Mietern, eine Genehmigung zur Montage einer Antenne zu erhalten, die bei 11m - Antennen aus verstndlichen Erwgungen zumeist verwehrt wird. Frustrierte Mieter versuchten bisher, mit nicht genehmigtem Zubehr ("Nachbrenner") die Verbindungsqualitt im 11m Band zu verbessern. Dies wrde bei 933/34 MHz entfallen.
	==> Rckgang von Strungen.
+	automatische Kanalvermittlung beendet Diskussionen um gltige oder anerkannte Rufkanle.
	Folge: Bessere Funkdisziplin durch zufriedenere Benutzer
	==> Rckgang von Strungen.

+	Individueller Gesprchsaufbau. Nutzer mit semiprofessionellen Ansprchen aber auch private Hobbyfunker knnen in Ruhe und nahezu ungestrt kommunizieren. Es bleibt den Benutzern freigestellt, die verwendeten Kanalkennziffern bekanntzugeben oder nicht. Die Kennziffern knnen jederzeit vom Benutzer gendert werden.

+	Durch die (unbekannte) Gesprchskennziffer knnen laufende Verbindungen von anderen Funkteilnehmern nicht mehr gestrt werden.

+	Automatische Kanalvermittlung sorgt fr Gesprchs- und Frequenzkonomie
+/-	Fr den Einsteiger ungewohnte Ausbreitungsbedingungen

6.2	DCSRR
	(Digital Controlled Short-Range Radio, analog, Schweizer Standard)

+	Technik ist erprobt, bekannt und vorhanden
+	Gerte nach Schweizer Standard wren kurzfristig verfgbar
+	Technik von der CB-Industrie beherrschbar
+	Kosten fr Hersteller und Verbraucher kurzfristig abschtzbar
-	alte CEPT-Empfehlung (europischer Standard?)
-	sptere "Kollision" mit Digital Short-Range Radio (DSRR) wird durch um 12,5 kHz verschobenes Kanalraster weitgehend minimiert.

6.3 	Digital Short-Range Radio, DSRR (digital, ETS 300168)

+	brandneuer CEPT/ETSI-Standard (europaweit)
-	keine Gerte vorhanden
-	hoher Entwicklungsaufwand (Kosten)
-	Gertekosten schwer abschtzbar
-	lange Systemanlaufzeit
-	Geringe Akzeptanz, groe Skepsis bei in Frage kommenden Herstellern

6.4	Umfrage zu 900 MHz

Fr die Demonstration des 900 MHz-CB-Funks war ein Fragebogen vorbereitet worden, dessen Auswertung ein berraschend klares Bild zeigt. Viele Befragten sehen 900 MHz als ideale Alternative/Ergnzung zum CB-Funk auf 27 MHz. Eine berwltigende Mehrheit sprach sich fr eine Lizenzprfung vor dem Zugang zu diesem Frequenzbereich aus, um Probleme mangelnder Funkdisziplin durch Unkenntnis von Technik und Verhalten von vornherein vermeiden zu knnen.

85% der Befragten hatten schon vom CB-Funk im 900 MHz-Bereich gehrt. Verstndlicherweise verfgte nur ein Bruchteil der Befragten ber eigene Erfahrungen. Einige hatten diese bereits in der Schweiz gewonnen, die meisten hatten zum ersten Mal am Messestand Gelegenheit dazu. Mehr als 90% erklrten, da sie den 900 MHz-Funk als Alternative zum 27 MHz sofort einsetzen wrden, wobei fast alle die neuen Frequenzen dem herkmmlichen CB-Funk im 27 MHz-Bereich bevorzugen. 80 Prozent pldierten fr eine Lizenzprfung fr 900 MHz, um die Probleme mit der Funkdisziplin von vornherein auszuschlieen. In der Prfung sollten Betriebstechnik, Gesetze und Technik gefragt werden.

Interessanterweise glaubt hchstens ein Drittel, da der CB-Funk auf 900 MHz zu "teuer" wre. Im Gegenteil: "Ein hoher Gertepreis wrde die 'Strfunker' abschrecken." Etwa 25% bemngelten die Reichweite, die durch die Lnge des in Stuttgart verwendeten Antennenkabels beeintrchtigt wurde. 50% der Befragten wrden bis zu 500 Mark fr ein 900 MHz-Funkgert ausgeben, der Rest wre sogar bereit, bis zu 1000 Mark zu investieren. Alle Teilnehmer hatten schon (zum Teil schlimme) Erfahrungen mit dem CB-Funk im 11m Band gemacht.


7. Zusammenfassung

Aufgrund der Krze der Versuchszeit konnte bis jetzt nur festgestellt werden, da entgegen vieler Bedenken ("keine Reichweite") ein vernnftiger Funkbetrieb im 933/934 MHz-Bereich durchaus mglich ist.

Bei Herstellern und knftigen Benutzern bestehen derzeit noch groe Bedenken ber Chancen und Mglichkeiten dieser "neuen" Art des Nahbereichsfunks. In Frage kommende Hersteller sind nur bereit, sich zu engagieren, wenn sich ein entsprechender Markt abzeichnet. Die Benutzer sind nur bereit zu investieren, wenn diese neue Funkanwendungen ihnen konkrete Vorteile ("strungsfreie Verbindungen") versprechen.

Deshalb wird ein langfristiger Feldversuch unter mglichst praxisnahen Bedingungen fr notwendig gehalten, der in verschiedenen Topographien und Bevlkerungsrumen mit einer greren Zahl von Teilnehmern durchgefhrt werden sollte.

-	Flachland (z.B. norddeutsche Tiefebene, Mark Brandenburg o..)
-	Mittelgebirge 
-	Grostdte Ballungsgebiete (z.B. Berlin, Hamburg, Mnchen, Ruhrgebiet o..)

Dabei sollte in Abstimmung mit anderen Funkanwendern in dieser Frequenzumgebung die Mglichkeit von gegenseitigen strenden Beeinflussungen und etwaige notwendige Gegenmanahmen genauer untersucht werden.

Es erscheint sinnvoll, da dieser Versuch unter Verantwortung und Leitung des DAKfCBNF stattfinden sollte, in dem Nutzer und Hersteller zusammengeschlossen sind. Als Mindestdauer wird 1 Jahr vorgeschlagen.

Interessierte Versuchsteilnehmer, die sich in einem ffentlichen Ausschreibungsverfahren melden knnen, sollten bestimmte Kriterien erfllen, z.B. Nachweis einfacher betrieblicher und technischer Grundkenntnisse.

Dabei sollen Erfahrungsberichte erstellt werden, die allen Interessenten (Fernmeldeverwaltung, Hersteller, Benutzerverbnde, Presse, etc.) zur Verfgung gestellt werden.

Da Gerte des DSRR (Digital Short Range Radio) in absehbarer Zeit und absehbarer Menge nicht zur Verfgung stehen, ist die Verwendung von Gerten gem dem Schweizer Standard sinnvoll. Nach Auskunft der Schweizer PTT liegen trotz knapp zehnjhriger Betriebszeit keine Meldungen ber Strungen durch den 933/934 MHz-CB-Funk vor.

Stuttgart, den 10.11.1993

---- Ende des Berichts. Nach wie vor aktuell! ---

(c) Henning Gajek 1995-2001
e-mail: cb-funk@gajek,de
Telefon 0700-2HRGAJEK (0700-24742535)

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